AMBERG.MUSEUM

Herbergstragen

  

Thema: Alle Jahre wieder - Adventsbräuche


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Ein besonderer, bereits seit über 80 Jahren bestehender und gepflegter Brauch bei den Amberger Krippenfreunden ist das "Herbergstragen" in der Adventszeit. Einblicke dazu gewährt u. a. Reinhard Heldmann, 1. Vorstand der Amberger Krippenfreunde e. V., im Video. Da das Herbergstragen in diesem Jahr leider nicht in der üblichen Form stattfinden kann, ist das Herbergskästchen ebenfalls in der Ausstellung "95+1 Jahre" gezeigt. Es kann von drei Seiten eingesehen werden, wobei die Hauptansicht mit einem golden gefassten Rahmen fein verziert ist. Gezeigt ist der Moment bei der Herbergssuche, als der Wirt Maria und Josef die Unterkunft verweigert. Die 15 cm großen Figuren sind aus Holz (Speckbacher) gefertigt und wurden von der Ehefrau des damaligen Vereinsvorstands bekleidet. Besonders bemerkenswert ist die Feinheit der Gesichter und Zartheit der Gliedmaßen. Trotz zurückgenommener Gestik besitzen die Figuren einen intensiven Ausdruck. Die Strapazen der langen Reise sind Maria und Josef deutlich anzusehen und berühren dadurch umso mehr. Doch auch der Esel als treuer Gefährte auf der Reise ist zu beachten. Er hat für den kurzen Moment des Halts einen seiner Hinterhufe auf der Spitze abgestellt und eine entlastende Haltung eingenommen. Zugleich hat er aufmerksam ein Ohr nach hinten in Richtung des Gesprächs zwischen Josef und dem Wirt, und das andere nach vorne gerichtet. Durch die erhöhte Standposition des Wirts wird eine gewisse Dominanz gegenüber den Herbergssuchenden deutlich, zudem ist eine weitere Distanzierung durch die Brüstung gegeben. Die Architektur ist mit wenigen Elementen angedeutet. So sind eine Mauer mit spitzbogigem Durchgang und Bäumen dahinter sowie Teile von Dächern erkennbar.

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