AMBERG.MUSEUM

3 Kunstgriffe aus dem Krippenbau

  

Thema: Details, die zählen


"Durchdachte Vielfalt", so lässt es sich wohl am besten beschreiben. Je nach Krippe variieren das Aussehen und die verwendeten Materialien. Doch einige Kunstgriffe werden immer wieder angewendet - bei orientalischen ebenso wie alpenländischen Krippen. Drei davon werden im Folgenden vorgestellt:

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Natürliche Patina: Charakteristisch für regionale Krippen ist, dass sie eher selten Gebäude in baulicher Perfektion zeigen, sondern bevorzugt "schiefe Gebäude" einbeziehen, die allein mit ihrer Struktur eine enorme Lebendigkeit vermitteln. Um dies zu erreichen soll u.a. die Wirkung von wettergegerbten Schindeln, marodem Holz oder von der Witterung geformtem Gestein erzeugt werden. Hierfür wird nach einer mechanischen Vorarbeit wie z.B. durch Schleifen, Feilen oder Aufrauhen häufig auf malerische Mittel zurückgegriffen. Mit eigens dafür angemischten Pulverfarben wird das eingesetzte Material wie Holz oder Styrodur in mehreren Schichten gealtert und mit einer feinen Maserung versehen. Die Elemente erhalten dadurch eine authentische Patina. (Detail; Krippe: Pfarrer Markus Brunner | Foto: Stadtmuseum)

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Räumliche Tiefe: Zur Erzeugung von Tiefenwirkung können neben einem gemalten Hintergrund auch Spiegel zum Einsatz kommen. Je nach Platzierung und Anzahl der Spiegel, erstrecken sich für den Betrachter einer Krippe scheinbar unendliche Tiefe Wege in Höhlen, Gebäude oder die Landschaft. Weitere Unterstützung kann dies erhalten, indem Figuren im Vordergrund etwas größer gewählt werden, als im Hintergrund. (Detail, Krippe: Otto Weber | Foto: Stadtmuseum)

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Blickführung: Einen ebenso wichtigen Beitrag leistet die Beleuchtung. Je nachdem, wie diese platziert ist, führt sie den Blick des Betrachters und leitet ihn zur zentralen Szene oder nacheinander auf mehrere Einzelszenen. Häufig hält Josef eine kleine Laterne in Händen, durch deren Licht das Gesicht des Jesuskinds nochmal besonders erhellt wird. (Krippe: Wolfgang Albersdörfer | Foto: Stadtmuseum)

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