AMBERG.MUSEUM

Apotheken und Zahnarzt


Adler-Apotheke und Obere Apotheke

2008 hat das Stadtmuseum ein großzügiges Geschenk bekommen. Die komplette Einrichtung der Adler-Apotheke (1875 bis 1885) aus der Georgenstraße 16 und die Teile aus der Oberen Apotheke (aus der Zeit um 1750), Georgenstraße 20, wurden dem Museum übergeben. Die letzte Einrichtung der Adler-Apotheke ist in der Abteilung "Aspekte des Gesundheitswesens" maßgetreu so aufgestellt wie sie den Kunden in Amberg vertraut war.

Adler-Apotheke

Die Einrichtung der Adler-Apotheke kam 2008 in das Stadtmuseum Amberg.
Foto: Wolfgang Steinbacher

Die Einrichtung aus Eichen-, Fichten- und Kiefernholz ist im originalen Zustand erhalten und war bis zur Schließung am 25. Dezember 2007 in Benutzung. Die Standgefäße aus Glas und Porzellan stammen in Teilen aus der Adler-Apotheke, der Engel-Apotheke sowie der Sonnenapotheke in Regensburg. Die Einrichtung entspricht den Erfordernissen der Zeit um 1875 bis 1900.

Obere Apotheke

Fast alle Schubladen der Oberen Apotheke tragen fein aufgemalte Inhaltsbezeichnungen.
Foto: Stadtmuseum Amberg

Teile einer Apothekeneinrichtung übernommen aus der Materialkammer der Adler-Apotheke, Amberg. Sie ist aus Nadelholz und Eiche gefertigt und farbig gefasst. Die Schrankteile mit Schubladen und der Rezepturtisch stammen aus der Zeit um 1739 bis 1750, die Regalaufbauten wohl aus dem 19. Jahrhundert. Alle Schubladen trugen ursprünglich kunstvoll farbig aufgemalte Inhaltsbezeichnungen und waren in grün und beige marmoriert. Die Beschriftungen wurden entsprechend neuer Arzneimittelverordnungen immer wieder übermalt oder mit Schablonenschriftetiketten überklebt.

Es handelt sich um die ältere der beiden Ladeneinrichtungen der Adler-Apotheke, die sich bis Dezember 2007 in der Georgenstraße 16 befanden. Diese Einrichtung wurde im 18. Jahrhundert gefertigt für die Obere Apotheke in der Georgenstraße 20. Sie wurde um 1815 in das Haus der Adler-Apotheke umgezogen, als man die Apotheke dorthin verlagerte.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war sie wohl die Einrichtung des Verkaufsraumes der Adler-Apotheke. Nachdem dieser um 1875 bis 1885 eine neue Ausstattung bekam, musste sie weichen und wurde in den dahinter liegenden Raum (Materialkammer) umgesetzt. Die Einrichtungsteile dienten dort bis zur Schließung der Apotheke als Arzneimittellager.


Zahnarzt

Zahnarzteinrichtung von Martin Dorner.
Foto: Stadtmuseum Amberg

Der Dentist Martin Dorner betreibt in seinem Haus ab 1913 eine zahnärztliche Praxis. Bereits sein Vater und Großvater waren Bader in Vilseck. Der Sohn von Martin Dorner führt nach dem Tod des Vaters die Praxis weiter bis zum Jahr 1998. Unterhielt der Großvater noch eine Praxis als Bader, so besaß der Sohn eine Ausbildung als Dentist, dessen Sohn Erwin hatte bereits eine akademische Ausbildung zum Zahnarzt. Rekonstruiert ist der Zustand der Zahnarztpraxis um 1900 bis 1920.

Im 19. Jahrhundert prägen Plüsch, Blumensträuße, Zierdecken und Tapeten das Erscheinungsbild von Behandlungsräumen. Mit dem technischen Fortschritt wird um 1900 das Handwerkszeug des Dentisten durch präzisere technische Instrumente abgelöst. Auf Hygiene und Funktionalität der Ausstattung wird von nun an großer Wert gelegt. Der Behandlungsstuhl, die Fußtretbohrmaschine und das Standspeibecken stammen aus der Zeit zwischen 1875 und 1900.

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