AMBERG.MUSEUM

Von schnatternden Gänsen, spielenden Lämmern und grinsenden Kamelen

  

Thema: Versteckte Momente


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Neben dem menschlichen Personal in einer Krippe sind ebenso die Tiere wichtige Bedeutungsträger. Als erstes tritt ein Esel auf, der das Maria und Josef begleitende Last- und Reittier ist. Bei der Herbergssuche tritt daneben noch ein Hund auf. Dieser wird oft bissig gezeigt und unterstützt dadurch die Haltung des Wirts, der eine Beherbergung von Maria und Josef ablehnt. (Foto: "Esel und Wirt", Schnitzarbeit von Hans Zangl)

Die Darstellungen der Heiligen Familie flankieren meist ein Ochse und ein Esel. Mit lieblichem Gesichtsausdruck stehen oder liegen sie, dem zentralen Geschehen zugewendet, im Hintergrund.

Hinzu kommen häufig Schafe, die als Begleiter der anbetenden Hirten auftreten. Exotischere Tiere wie Pferde, Kamele und Elefanten kommen mit dem Motiv der Anbetung der Könige in die Darstellung. Sie vermitteln im Gegensatz zu den anderen Tieren das Herrschaftliche und zugleich Fremde.

Bei einem ruhigen Blick beleben jedoch zahlreiche weitere Tiere wie Rehe, Ziegen, Gänse, Hühner, Katzen oder Tauben die Krippen. Diese stehen keineswegs passiv am Rande, sondern bringen sich – obwohl nicht vordergründig – lebhaft ein. So schnattern Gänse fröhlich am See, zwei Tauben gurren gemeinsam auf dem Dach, junge Lämmer spielen fröhlich miteinander, der eine Esel wiehert, ein anderer hat seine Ohren aufmerksam in zwei unterschiedliche Richtungen gedreht oder ein Kamel hat sich niedergelassen und scheint zu grinsen. Neben dem menschlichen Personal in einer Krippe besitzen ebenso die Tiere eine individuelle Mimik und Charakteristik.

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